Was Sie wissen sollten!

Zu Großmutters Zeiten hatten wir noch zu unserem bewussten Lüften eine zusätzliche unfreiwillige Lüftung (z.B. Fehlen von Gummidichtungen). Einfachverglasungen waren der Standard (wer erinnert sich nicht an die Eisblumen an den Fenstern im Winter). Früher spielte der Wärmeschutz beim Bauen kaum eine Rolle, die Heizkosten waren gering. Dies hat sich geändert. Heute steht der effektive Wärmeschutz im Vordergrund. Aufgrund steigender Energiekosten und Klimawandel sollen unsere Gebäude energieeffizienter werden. Das führt aber auch dazu, dass Neubauten bzw. sanierte Gebäude heute „dichter“ sind als früher. Gummidichtungen in Fenstern wie Türen und effektiver Wärmeschutz (Wärmeschutzverglasung, Wärmedämmung) verhindern eine unfreiwillige Lüftung, wie sie zu Großmutters Zeiten üblich war. Das heißt aber auch, dass wir unser Heiz- und Lüftungsverhalten anpassen müssen. Allein durch nicht bewußtes Lüften kann sich die Gefahr von Schimmelpilzbildung drastisch erhöhen. Welcher Eigentümer oder Mieter freut sich nicht über den Einbau neuer, dichter Fenster mit hoher Wärmedämmung. Einige Zeit später Schimmelbefall, wir werden gerufen und es heißt: „Wir leben jetzt schon seit Jahren hier und hatten nie Schimmel auf einmal ist er da.“ Auf Nachfragen stellt sich dann heraus, dass neue Fenster eingebaut wurden, den Bewohnern wurde aber nicht erklärt, dass man damit auch das Lüftungsverhalten anpassen muss.

Der Grund: Die alten, nicht dicht schließenden Fenster ermöglichten einen einmaligen Raumluftwechsel pro Stunde, der für einen guten Feuchteabbau sorgte; in Verbindung mit zweimaligem Stoßlüften pro Tag, war in der Regel für ein ausreichendes Lüften gesorgt. Die modernen, dichten Fenster lassen maximal 1/3 der Luftmenge durch Fugen in den Raum einströmen.

Die Ursachen

Auch unsere Lebensgewohnheiten haben sich geändert. Oft werden die Wohnungen über Tag nicht richtig geheizt, weil niemand zuhause ist. Wir leisten uns den Luxus von Geschirrspülern und Wäschetrocknern. Grünpflanzen, die Wäsche in der Wohnung trocknen, immer mehr dichte Materialien, wie Laminat, Schränke aus Kunststoff oder ein nicht abgedecktes Aquarium lassen die Raumluft schnell steigen. Feuchtepuffer sind fast keine mehr vorhanden, sodass ein vermehrtes Lüften notwendig wird. Wussten Sie, dass wir im Schlaf durch Schwitzen bis zu 1 Liter Wasser verlieren können. Auch dies löst sich nicht in Luft auf. Deswegen ist heute bewußtes Lüften so wichtig.

Was muss ich noch bedenken?

Zu all diesen Möglichkeiten können dann noch Probleme von der Bausubstanz ausgehen, wie marode Bausubstanz oder Wassereintritt. Kopfzerbrechen bereiten die so genannten „Wärmebrücken“. Diese Stellen sind weniger als die übrige Wand gegen Wärmeverluste geschützt. Vor allem in Gebäudeecken, im Bereich um die Fenster und bei Balkonanschlüssen ist das Risiko einer feuchten Wand sehr hoch. Die Wärmebrücken werden aber auch zum Teil durch halbherzigen oder gut gemeinten Wärmeschutz verschoben. Die Ursachen sind vielfältig und nur der Fachmann kann Ihnen wirklich helfen. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Viele Bereiche können wir hier nur anreißen.

Folgen für die Gesundheit: Schimmelpilz, Milben und Co. Schimmelpilzbefall ist ein ernst zu nehmendes Problem. Die Hauptursache ist eine zu hohe Feuchte. Als Nahrung reicht eine Papiertapete oder der Staub auf der Wand. Schimmelpilze sehen nicht nur unappetitlich aus und riechen muffig, sie können das Bauwerk schädigen und sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Eine hohe Feuchte verbessert zudem die Lebensbedingungen von Milben, die z.B. in Polstermöbeln oder Matratzen vorkommen. Für Allergiker sind auch diese „Hausstaubmilben“ gefährlich. Für Sie heißt das: Mehr und richtig dosiert zu lüften und heizen, damit Schimmelpilzbefall für Sie kein Thema ist.

Sie haben es in der Hand - Ein gesundes Wohnklima!

Mit richtigem Lüften und Heizen können Sie die Luftqualität in Ihrer Wohnung ganz einfach optimieren und sogar Heizkosten sparen. Arbeitshilfen sind Ihre Fenster und Thermostate an den Heizkörpern. Probieren Sie einige der Tipps und Tricks aus, die diese Broschüre bietet – und genießen Sie die Vorteile Ihres neuen, behaglichen Wohnklimas:
• Hohe Luftqualität
• Vermeidung von Schimmelpilzbefall
• Gesundes Wohnklima
• Erhalt der Bausubstanz
• Heizkosten sparen durch richtiges Lüften und Heizen

Wie Lüfte ich richtig?

Mehrmals täglich eine kurze Stoßlüftung. Hierzu werden Fenster und Türen je nach Außentemperatur für 2 bis 15 Minuten weit geöffnet – am besten unter Durchzug.

Als Faustregel für Stoßlüften gilt:
Bei Frost 2–3 Minuten,
bei 0–5 °C ca. 5 Minuten,
bei 5–10 °C für 5–10 Minuten
und bei 10–15 °C für ca. 15 Minuten stoßlüften.
Aus hygienischen Gründen ist ein 1/2–1-facher Luftwechsel pro Stunde notwendig. Fenster für längere Zeit “auf Kipp” stellen, bringt nichts, hierdurch gelangt permanent warme Luft nach draußen, die sich an der Außenwand niederschlägt. Für Bad und Küche gilt: Nach Duschen oder Kochen Fenster kurzzeitig weit öffnen, um Feuchtigkeit abzuführen, bzw. in der Küche die Dunstabzugshaube nutzen. Übrigens: Richtiges Lüften heißt, sich energieeffizient zu verhalten. Es verhindert ein Durchfeuchten der Außenwände von der Innenseite, denn durchfeuchtete Wände sind unbedingt zu vermeiden, da sie die Heizenergie bis zu dreimal so schnell nach außen leiten. Und durch Stoßlüften gehen Sie kein Risiko ein, dass Ihre Wohnung auskühlt. Es wird nur die feuchte gegen trockene Luft ausgetauscht. Richtig heizen: Eines vorneweg: Versuchen Sie bitte nicht mit dem Heizkörper im Wohnzimmer die ganze Wohnung zu heizen. Das heißt: Thermostat auf maximum, alle Zimmertüren auf, alle anderen Heizkörper aus und Fenster zu. Das funktioniert nicht wirklich. Das kann in Zimmern mit niedrigeren Temperaturen (z.B. Schlafzimmer) zu einem höheren Schimmelrisiko führen, denn aus dem Bad und/oder der Küche kann sich die feuchtebelastete Luft auch in der ganzen Wohnung verteilen. Sie kondensiert dann dort wo die Wände am kühlsten sind.

Richtiges Heizen

Neben richtigem Lüften kommt es auch auf das richtige Heizverhalten an. Hierzu zählt, alle Räume ausreichend zu heizen, in Schlafräumen möglichst keine Temperaturen unter 16 °C zu haben, auch wenig bis nicht genutzte Räume geringfügig zu heizen und keine großflächigen Möbel direkt an kalte Außenwände zu stellen. Außerdem ist es ratsam, darauf zu achten, dass die Wandoberflächentemperatur in mäßig gelüfteten Räumen möglichst 15–17 °C nicht unterschreitet, was Raumtemperaturen von ca. 18 °C erfordert. Auch kühlen Ihnen die Möbel mehr aus als bei einer konstanten Temperatur über den ganzen Tag. Die Möbel müssen ja auch wieder aufgeheizt werden, dass frißt dann wieder Wärme und damit auch Ihr Geld. Also Türen zu (zuerst am besten Stoß lüften), das Thermostat auf max. zwei Stufen runter drehen. Allerdings sollten die oben erwähnten Temperaturen nicht unterschritten werden. Ein gesundes Wohnklima Wetter und Klima können wir nicht ändern, aber: Wir stellen unser Leben darauf ein – und kleiden und verhalten uns wettergerecht. In Ihrer Wohnung können Sie Ihr Klima jedoch selbst bestimmen! Die wesentlichen Einflüsse auf Ihr Wohlbefinden sind: Temperatur, Feuchte, Zugluft und Gerüche sowie Schadstoffe. Machen Sie mit, heizen und lüften Sie Ihre Wohnung nach Plan!


Fordern Sie jetzt unser Erste-Hilfe Paket gegen Schimmel an.

Informieren Sie sich per e-mail, oder kontaktieren Sie uns einfach telefonisch unter
Telefon: 00 49 (0) 681 / 6 85 34 50

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